Die Knoten sind für viele der praktische Teil mit dem größten „Aha-Effekt” – und der, den man am leichtesten unterschätzt. In der Praxisprüfung zum Sportbootführerschein See musst du Seemannsknoten nicht nur knüpfen, sondern auch ihren Verwendungszweck erklären. Hier bekommst du den Überblick über alle prüfungsrelevanten Knoten und wie du sie sicher beherrschst.
Wie viele Knoten musst du können?
In der SBF-See-Praxisprüfung wird aus einer Liste von neun Knoten geprüft. Du musst in der Regel mindestens sechs davon korrekt vorführen und jeweils erklären, wofür der Knoten verwendet wird. Auch in der SBF-Binnen-Praxis (Antriebsart Motor) gehören das Belegen einer Klampe und einfache Knoten dazu.
Der Prüfer sagt dir den Knoten an – du knüpfst ihn und nennst den Verwendungszweck. Geschwindigkeit ist zweitrangig; wichtiger ist, dass der Knoten richtig sitzt und du seine Funktion kennst.
Die neun prüfungsrelevanten Knoten
1. Achtknoten
Der Achtknoten ist ein Stopperknoten. Er verhindert, dass eine Leine durch einen Block oder eine Öse rutscht. Er ist schnell geknüpft und lässt sich auch unter Last wieder lösen.
Verwendung: als Endknoten am Tampen, damit eine Leine nicht ausrauscht.
2. Kreuzknoten
Der Kreuzknoten (auch Weberknoten) verbindet zwei gleich starke Leinen. Wichtig: Beide Enden müssen sauber „rechts über links, dann links über rechts” geführt werden – sonst entsteht ein unsicherer Altweiberknoten.
Verwendung: zum Verbinden zweier gleich dicker Leinen, z. B. beim Reffen.
3. Webeleinstek (Webleinstek)
Der Webeleinstek ist ein schnell gelegter Festmacher an einem Poller, Pfahl oder einer Stange. Er hält gut unter gleichmäßiger Last, sollte aber gesichert werden.
Verwendung: Festmachen an einem Pfahl, Anschlagen von Fendern.
4. Webeleinstek auf Slip
Die „auf Slip”-Variante lässt sich durch Ziehen am losen Ende schnell wieder lösen – praktisch, wenn der Knoten nur kurz halten soll.
Verwendung: schnelles, lösbares Anschlagen, z. B. von Fendern.
5. Rundtörn mit zwei halben Schlägen
Ein sehr sicherer Festmacher: Ein voller Törn um den Poller nimmt die Last auf, zwei halbe Schläge sichern das Ende. Hält auch bei wechselnder Belastung.
Verwendung: Festmachen an Poller oder Ring, auch bei Strömung und Wind.
6. Stopperstek
Mit dem Stopperstek schlägst du eine dünnere Leine an eine dickere, unter Spannung stehende Leine an – sie greift durch Reibung.
Verwendung: Zugentlastung, z. B. eine belastete Leine vorübergehend übernehmen.
7. Palstek
Der Palstek ist der wichtigste Knoten an Bord. Er bildet eine feste, sich nicht zuziehende Schlaufe und lässt sich auch nach starker Belastung wieder lösen. „Die Schlange kommt aus dem See, um den Baum herum und wieder in den See” ist die klassische Merkhilfe.
Verwendung: feste Schlaufe, z. B. zum Festmachen über einen Poller oder als Rettungsschlaufe.
8. Schotstek
Der Schotstek verbindet zwei unterschiedlich dicke Leinen – dort, wo der Kreuzknoten versagen würde. Der doppelte Schotstek hält noch sicherer.
Verwendung: Verbinden zweier verschieden dicker Leinen.
9. Belegen einer Klampe (Klampenschlag)
Das Belegen einer Klampe ist Pflicht: Die Leine wird in einer Acht um die Klampe geführt und mit einem Kopfschlag gesichert. Falsch belegt rutscht oder klemmt die Leine.
Verwendung: Festmachen der Leine an einer Klampe am Boot oder Steg.
Tipps zum Üben
Mit einer echten Leine üben
Knoten lernt man nicht durch Zuschauen, sondern durch Wiederholung mit den Händen. Besorg dir ein Stück Tampen (ca. 1,5 m) und übe jeden Knoten so oft, bis er „blind” sitzt.
Verwendungszweck mitlernen
In der Prüfung zählt nicht nur das Knüpfen – du musst den Zweck nennen. Lerne Knoten und Verwendung immer als Paar.
Tägliche kurze Einheiten
Fünf Minuten täglich bringen mehr als eine lange Session vor der Prüfung. Knoten sind reine Übungssache und sitzen schnell, wenn du dranbleibst.
Fazit
Für die SBF-See-Praxis musst du aus neun Knoten mindestens sechs sicher knüpfen und ihren Zweck erklären – Palstek, Rundtörn mit zwei halben Schlägen und das Belegen einer Klampe gehören zu den Wichtigsten. Mit einem Stück Tampen und ein paar Minuten täglich hast du sie schnell drauf. Während du die Praxis übst, kannst du die Theorie parallel in der Boatpass-App mit dem offiziellen ELWIS-Fragenkatalog trainieren – so bist du für beide Prüfungsteile vorbereitet.