Zum 1. Oktober 2026 tritt ein neuer Fragenkatalog für das UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk (UBI) in Kraft. Wenn du deine UBI-Prüfung in diesem Herbst oder später planst, betrifft dich diese Änderung direkt. Dieser Artikel erklärt, was neu ist, was gleich bleibt und wie du dich mit dem richtigen Stand vorbereitest.

Was zum 1. Oktober 2026 passiert

Das UBI ist die amtlich anerkannte Erlaubnis, eine UKW-Funkanlage auf Binnenschifffahrtsstraßen zu bedienen. Grundlage für die Prüfung ist ein offizieller Fragenkatalog, der regelmäßig an den aktuellen Stand von Technik und Vorschriften angepasst wird. Bisher galt die Fassung aus dem Jahr 2018. Diese wird nun vollständig durch den UBI-Gesamtfragenkatalog 2026 ersetzt.

Der neue Katalog wurde im Verkehrsblatt veröffentlicht und ist ab dem 1. Oktober 2026 für die Prüfung maßgeblich. Wichtig: Es handelt sich nicht um ein einzelnes Zusatzblatt oder eine kleine Ergänzung, sondern um eine neue Gesamtfassung des Fragenkatalogs. Für dich als Prüfling heißt das: Du solltest sicherstellen, dass dein Lernmaterial den Stand 2026 abbildet, wenn deine Prüfung ab Oktober stattfindet.

Ein neuer Gesamtfragenkatalog, kein bloßes Update

Auch wenn der Katalog vollständig neu gefasst wurde, musst du nicht bei null anfangen. Die bekannten Themenbereiche des Binnenschifffahrtsfunks bleiben grundsätzlich erhalten: Verkehrskreise und Rangfolge des Funkverkehrs, Frequenzen und ihre Nutzung, das ATIS-System (automatische Senderidentifizierung), Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsverkehr sowie Bedienung und Technik der Funkanlage.

Überarbeitet wurden vor allem drei Dinge: einzelne Fragen und Formulierungen, aktualisierte Fachbegriffe und angepasste Rechtsbezüge. Die Struktur des Lernens bleibt also vertraut. Wer die Themen des Binnenschifffahrtsfunks einmal verstanden hat, findet sich auch im neuen Katalog schnell zurecht. Es lohnt sich aber, gezielt die überarbeiteten Punkte anzuschauen, statt blind mit altem Material weiterzulernen.

VDES ersetzt MIB beim digitalen Datenfunk

Die fachlich auffälligste Änderung betrifft den digitalen Datenfunk. Im bisherigen Katalog war der Begriff MIB enthalten. Im neuen Katalog erscheint stattdessen VDES, das VHF Data Exchange System.

VDES erweitert die digitale Kommunikation im UKW-Bereich und steht in engem Zusammenhang mit dem AIS (Automatic Identification System). Für die UBI-Prüfung steht dabei nicht die technische Systemarchitektur im Mittelpunkt, sondern die richtige fachliche Einordnung des Begriffs: Du solltest wissen, dass VDES für den erweiterten digitalen Datenaustausch über UKW steht und den bisher genannten Begriff im Katalog ablöst. Wenn du mit älterem Lernmaterial übst, ist das eine der Stellen, an denen ein veralteter Stand auffällt.

Aktualisierte Rechtsbezüge

Ein Fragenkatalog verweist an vielen Stellen auf geltende Vorschriften und Bezeichnungen. Im neuen UBI-Katalog wurden diese Rechtsbezüge aktualisiert, damit die Fragen dem aktuellen Stand entsprechen. Inhaltlich verschiebt sich dadurch für Prüflinge in der Regel wenig, aber Begriffe und Verweise sind auf den neuesten Stand gebracht. Auch das ist ein Grund, mit einem aktuellen Fragenkatalog zu lernen: Veraltete Bezeichnungen können in einer Prüfung nach dem Stand 2026 für Verwirrung sorgen.

Die neue Sprechfunktafel: die wichtigste Praxis-Änderung

Für die praktische Prüfung ist die neue Sprechfunktafel oft wichtiger als die Änderungen an einzelnen Theoriefragen. Die Sprechfunktafel bildet die Struktur ab, nach der der Funkverkehr im Binnenschifffahrtsfunk abgewickelt wird. Sie ist damit nicht nur eine Ergänzung zum Fragenkatalog, sondern unmittelbar prüfungsrelevant.

Im Kern geht es darum, Notverkehr, Dringlichkeitsverkehr und Sicherheitsverkehr sicher voneinander zu unterscheiden und jeweils nach der vorgesehenen Struktur abzuwickeln. Genau diese Abläufe müssen in der praktischen Prüfung sitzen. Wer im Alltag selten selbst zum Mikrofon greift, sollte diesen Teil nicht unterschätzen: Prüfungsausschüsse achten auf die richtige Reihenfolge der Handgriffe, etwa beim Absetzen einer Notmeldung. Übe die Funkabwicklung deshalb aktiv nach der neuen Sprechfunktafel, nicht nur im Kopf.

Welcher Katalog gilt für deine Prüfung?

Die entscheidende Regel ist einfach: Maßgeblich ist das Prüfungsdatum, nicht das Datum der Anmeldung. Wird deine Prüfung ab dem 1. Oktober 2026 abgenommen, gilt der neue Gesamtfragenkatalog 2026. Findet sie noch davor statt, prüfst du nach der bisherigen Fassung.

Das ist besonders relevant, wenn du dich im Spätsommer 2026 anmeldest, deine Prüfung aber erst im Oktober oder später ansteht. In diesem Fall solltest du von Anfang an mit dem neuen Katalog lernen. Sitzt der Prüfungstermin dagegen sicher vor dem 1. Oktober, kannst du noch mit dem bisherigen Stand arbeiten. Im Zweifel lohnt sich der Blick auf den neuen Katalog ohnehin, weil ein Großteil der Inhalte gleich bleibt und du so auf der sicheren Seite bist.

Was gleich bleibt

Bei aller Neuerung: Der grundsätzliche Prüfungsaufbau des UBI ändert sich durch den neuen Katalog nicht. Die theoretische Prüfung besteht weiterhin aus 22 Multiple-Choice-Fragen in 60 Minuten, bestanden hat, wer mindestens 17 Fragen richtig beantwortet. Dazu kommt der praktische Teil mit Pflichtaufgaben wie der ATIS-Einstellung, Gerätekunde sowie der korrekten Durchführung von Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsmeldungen.

Auch die Rahmenbedingungen bleiben bestehen: Das Mindestalter für die UBI-Prüfung liegt bei 15 Jahren, ein Vorbereitungskurs ist nicht vorgeschrieben, und die amtliche Gesamtgebühr für Zulassung, Prüfung und Erteilung des Zeugnisses liegt laut DSV weiterhin bei rund 109 Euro. Neu sind also vor allem die Inhalte und die Sprechfunktafel, nicht die Prüfungsform an sich.

Wenn du dich zusätzlich fragst, ob überhaupt das UBI oder eher das SRC für dich das richtige Zeugnis ist, hilft dir unser Vergleich UBI oder SRC bei der Einordnung. Grundsätzliche Infos zum Zeugnis findest du außerdem auf unserer Seite zum UBI.

Wie du dich jetzt am besten vorbereitest

Die wichtigste Empfehlung lautet: Lerne mit dem Stand, der zu deinem Prüfungsdatum passt. Für Prüfungen ab Oktober 2026 heißt das, konsequent mit dem Gesamtfragenkatalog 2026 zu arbeiten und dabei besonders auf die überarbeiteten Punkte zu achten, also VDES statt MIB, die aktualisierten Rechtsbezüge und die neue Sprechfunktafel.

Bewährt hat sich, die Themenblöcke einzeln durchzuarbeiten, typische Fehlerquellen gezielt zu wiederholen und den praktischen Teil nicht zu kurz kommen zu lassen. Gerade die Funkabwicklung nach der neuen Sprechfunktafel wird in der Prüfung genauso bewertet wie die Theorie. Wenn du parallel den SBF Binnen machst, kannst du Funk- und Führerscheinvorbereitung gut bündeln, weil sich Themen wie Notsignale und Verhalten im Notfall berühren. Passend dazu ist unser Artikel zu den Notsignalen auf See.

Fazit

Zum 1. Oktober 2026 löst der UBI-Gesamtfragenkatalog 2026 die bisherige Fassung von 2018 ab. Die Themenbereiche bleiben grundsätzlich gleich, überarbeitet wurden einzelne Fragen, Fachbegriffe und Rechtsbezüge. Am deutlichsten sichtbar sind der Wechsel von MIB zu VDES beim digitalen Datenfunk und die neue Sprechfunktafel für die praktische Prüfung. Der Prüfungsaufbau selbst bleibt unverändert. Entscheidend für die Wahl des Katalogs ist immer dein Prüfungsdatum.

Die Boatpass-App ist bereits auf dem neuen Stand: Du lernst mit dem aktuellen UBI-Gesamtfragenkatalog 2026, übst im realistischen Prüfungsmodus und trainierst gezielt deine Fehler, damit du sicher und gut vorbereitet in die Prüfung gehst, egal ob dein Termin vor oder nach dem 1. Oktober liegt.