Wetter ist auf See ein Sicherheitsfaktor – und deshalb fester Bestandteil der SBF-See-Theorieprüfung. Du musst nicht Meteorologe werden, aber die Grundlagen verstehen: Windstärken einschätzen, ein Tief von einem Hoch unterscheiden und Warnzeichen erkennen. Dieser Artikel erklärt die wichtigsten Themen kompakt.

Die Beaufort-Skala

Die Beaufort-Skala teilt die Windstärke in Stufen von 0 (Windstille) bis 12 (Orkan) ein. Admiral Beaufort beschrieb damit, welche Auswirkungen unterschiedlich starker Wind auf die Wasseroberfläche hat – genau das wird in der Prüfung gefragt: nicht nur die Zahl, sondern die Wirkung.

Einige Orientierungspunkte:

  • 0 Bft (Windstille): Die See ist spiegelglatt.
  • 3 Bft (schwache Brise): Anfänge der Schaumbildung, kleine Wellen.
  • 5 Bft (frische Brise): Mäßige Wellen, überall Schaumköpfe.
  • 6 Bft (starker Wind): Größere Wellen, Schaumkämme – ab hier gibt es Starkwindwarnungen.
  • 8 Bft (stürmischer Wind): Ab hier spricht man von Sturm, deutlich höhere Wellen mit Gischtstreifen.
  • 12 Bft (Orkan): See vollständig weiß, Luft voller Schaum und Gischt.

Merke: Starkwindwarnung ab 6 Bft, Sturmwarnung ab 8 Bft. Diese Schwellen solltest du auswendig kennen.

Hoch und Tief

Das Wetter wird von Luftdruckgebieten bestimmt:

  • Hochdruckgebiet (Hoch): meist beständiges, ruhiges Wetter.
  • Tiefdruckgebiet (Tief): wechselhaftes Wetter, Wind, Niederschlag.

Auf der Wetterkarte verbinden Isobaren Punkte gleichen Luftdrucks. Je enger die Isobaren beieinanderliegen, desto stärker der Wind.

Das barische Windgesetz

Auf der Nordhalbkugel gilt: Stellst du dich mit dem Rücken zum Wind, liegt das Tief links (etwas vorne) und das Hoch rechts (Buys-Ballot’sches Gesetz). Der Wind weht nicht direkt von Hoch zu Tief, sondern wird durch die Erddrehung abgelenkt – um ein Tief herum gegen den Uhrzeigersinn, um ein Hoch im Uhrzeigersinn.

Thermische Winde: Land- und Seewind

An der Küste entstehen durch unterschiedliche Erwärmung von Land und Wasser tägliche Windsysteme:

  • Seewind (tagsüber): Das Land erwärmt sich schneller als das Wasser, die warme Luft steigt auf, kühlere Luft strömt vom Meer auf das Land nach.
  • Landwind (nachts): Das Land kühlt schneller ab, die Luft strömt vom Land aufs Meer.

Diese thermischen Winde sind bei ruhiger Großwetterlage am stärksten ausgeprägt.

Wetterzeichen erkennen

Auch ohne Vorhersage kannst du das Wetter „lesen”:

  • Fallendes Barometer: Der Luftdruck sinkt → ein Tief naht, das Wetter verschlechtert sich, oft mit auffrischendem Wind.
  • Steigendes Barometer: besseres, beständigeres Wetter.
  • Aufziehende, tiefer werdende Bewölkung: häufig Vorbote einer Warmfront.
  • Böen und drehender Wind: können auf eine durchziehende Front hinweisen.

Als verantwortlicher Bootsführer darfst du dich nicht allein auf die Vorhersage verlassen, sondern musst die aktuelle Lage selbst einschätzen können.

Der Seewetterbericht

Vor jeder Fahrt gehört der Seewetterbericht zur Vorbereitung. Er nennt unter anderem die zu erwartende Windrichtung und -stärke (in Beaufort), Sichtweiten, Seegang und etwaige Warnungen. Quellen sind z. B. der Deutsche Wetterdienst (DWD), UKW-Seefunk und Wetter-Apps.

So lernst du Wetterkunde

  1. Beaufort-Schwellen (6 = Starkwind, 8 = Sturm) auswendig lernen.
  2. Hoch/Tief und Isobaren verstehen – enge Isobaren = viel Wind.
  3. Barisches Windgesetz und Land-/Seewind mit einer einfachen Skizze einprägen.
  4. Wetterzeichen als Ursache-Wirkung-Paare lernen (fallender Druck → schlechtes Wetter).

Fazit

Wetterkunde wirkt umfangreich, lässt sich aber auf wenige Kernpunkte reduzieren: die Beaufort-Skala mit ihren Wirkungen und Warnschwellen, der Unterschied zwischen Hoch und Tief, das barische Windgesetz und die thermischen Land-/Seewinde. Wer diese Bausteine versteht, beantwortet die Prüfungsfragen sicher. In der Boatpass-App kannst du die Wetterfragen gezielt mit dem offiziellen ELWIS-Fragenkatalog üben – inklusive der typischen Beaufort-Tabellen.